Druzina
In der politischen und sozialen Terminologie des 9.-13.- Jh. ist die Druzina ein Personenverband, von dem - in Zusammenwirkung mit dem Fürsten - fast alle politischen Handlungen ausgingen.
Gesellschaftliche Beziehungen in der Rus, soziale Bildungsprozesse und Veränderungen werden dem Einfluss der Druzina zugeschrieben. Veränderungen in ihrer eigenen Struktur
indizierte Wandlungen in den herrschaftlichen und gesellschaftlichen Gesamtstrukturen der Kiever Rus. Man kann das Wort Druzina als Freunde, Gefolgsleute, Hof- und
Herdgemeinschaft, Gemeinschaft von Herd und Brot, Genossen, Mitarbeitern, Mitkämpfer (im Bereich der fürstlichen Herrschergeschäfte) übersetzen. Die genaue Herkunft
dieser Institution (Druzina) liegt im Dunkeln und ist von Wissenschaftlern heftigst umstritten, da in Lauf der letzten Jahrhunderte sich die Wissenschaft in zwei Lager
gespalten hat (siehe auch Normannismus und Antinormannismus).
- Das Hauptgewicht lag auf der militärischen Unterstützung.
- Die Druzina bildete das Verwaltungs- und Bildungsinstrument, beriet den Fürsten in seinen politischen und militärischen, manchmal sogar auch familiären Handlungen,
trieb Tribut ein, stellte die Stadthalter der fürstlichen Gewalt in den Bezirken der fürstlichen Herrschaftsgebiete und umgab den Fürsten und schützte ihn.
- Die Druzina fungierte als diplomatische Gesandtschaft.
Die Gliederung der Druzina erfolgt in hohe Druzina - Bojaren (Kormilec, Passinok), Druzina - Kämpfende Mannen (Druzinniki), niedere Druzina - Grid (Gridni) und Otroki -
niederste Schichten, freie oder unfreie Knechte.
Der Name wurde sowohl inhaltlich für die Darstellung als auch als Gruppenname gewählt, insofern man den historischen Kontext von fehlenden Frauen in der Druzina vernachlässigt.